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Wirtschaft im Fokus
Folge 11630.10.202611:38 KI-vertont

Alphabet-Absturz, Audi-Gewinneinbruch, EZB-Zinsen und starke Konjunktur (30.10.2026)

Audi plant ein Milliardenwerk in Georgia, während der Gewinn um 87 Prozent einbricht. Alphabet verliert 500 Milliarden Dollar Börsenwert, Evonik blockt BASF ab, und die EZB hält den Zins bei 2,5 Prozent.

Themen

In dieser Folge

10
  1. 01

    Audi plant Milliardenwerk in Georgia: Trump-Regierung stellt Zollerleichterungen in Aussicht

    n-tv Wirtschaft

    Audi will für vier Milliarden Dollar ein Montagewerk im US-Bundesstaat Georgia bauen, und die Regierung von Donald Trump soll dem Unternehmen dafür Erleichterungen bei den Importzöllen zugesagt haben. Das Handelsministerium soll in Kürze ein Zollerleichterungsprogramm für Firmen einrichten, die in den USA investieren. In Deutschland stößt das Vorhaben auf Empörung, zumal der Volkswagen-Aufsichtsrat dem Plan noch zustimmen muss.

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  2. 02

    Alphabet-Aktie bricht um 13 Prozent ein: Rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert binnen eines Tages vernichtet

    n-tv Wirtschaft

    Die Aktie des Google-Mutterkonzerns Alphabet hat nach enttäuschenden Quartalszahlen ihren historisch schlechtesten Handelstag erlebt und rund 500 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren. Auslöser war vor allem das schwächer als erwartet gewachsene Kerngeschäft Google Services, verbunden mit der Sorge, dass Künstliche Intelligenz das lukrative Suchgeschäft bedroht und die hohen KI-Investitionen sich nicht auszahlen. Der Kursrutsch belastete den gesamten US-Aktienmarkt, besonders die Technologiebörse Nasdaq.

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  3. 03

    Evonik weist erhöhtes Übernahmeangebot von BASF zurück und bleibt bei eigenständigem Kurs

    Handelsblatt Unternehmen

    Der Vorstand von Evonik hat das nachgebesserte Übernahmeangebot von BASF abgelehnt und will nicht in Gespräche über eine Übernahme eintreten. Lediglich zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch ist der Spezialchemiekonzern bereit. BASF zeigt sich über die Absage unverständlich und verweist auf sein Angebot von 24 Euro je Aktie samt umfangreicher Zusagen für Beschäftigte und Standorte.

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  4. 04

    Audi-Gewinn bricht im dritten Quartal um 87 Prozent ein – Kritik an Konzernchef Döllner

    Süddeutsche Wirtschaft

    Audi hat im dritten Quartal nach Steuern nur noch 95 Millionen Euro verdient, 87 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, und senkt deshalb seine Gesamtjahresprognose. Belastet wird der Autobauer vor allem durch den Markteinbruch in China, den Wettbewerb mit chinesischen Herstellern und die US-Zölle. Zugleich steht Konzernchef Gernot Döllner wegen eines gemeinsamen Auftritts mit US-Präsident Donald Trump in der Kritik, während über weitere Sparmaßnahmen an den deutschen Standorten verhandelt wird.

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  5. 05

    KI-Investitionen lassen Amazons Barmittelabfluss auf 42,4 Milliarden Dollar steigen

    WirtschaftsWoche

    Die hohen Kosten für den Bau neuer KI-Rechenzentren belasten die Bilanz von Amazon: Der Barmittelabfluss hat sich binnen drei Monaten auf 42,4 Milliarden Dollar nahezu versechsfacht. Auch Alphabet und Meta verzeichneten einen negativen Free Cash Flow, während allein Microsoft unter den großen US-Technologiekonzernen einen Barmittelzufluss auswies. Amazon-Chef Andy Jassy hält am Ausgabenkurs fest und verweist auf das starke Wachstum der Cloud-Tochter AWS.

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  6. 06

    US-Wirtschaft wächst im dritten Quartal trotz Iran-Krieg und Inflation um 3,4 Prozent

    n-tv Wirtschaft

    Das US-Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent gewachsen und hat damit die Erwartungen von Ökonomen übertroffen. Getragen wird die Entwicklung vom starken privaten Konsum und vom KI-Investitionsboom, doch Experten rechnen angesichts straffer Finanzierungsbedingungen mit einer Abschwächung. Die Fed ließ den Leitzins zunächst unverändert, am Markt wird aber für Dezember eine Erhöhung erwartet.

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  7. 07

    USA: Wirtschaft wächst im dritten Quartal mit 3,4 Prozent stärker als erwartet

    Spiegel Wirtschaft

    Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent gestiegen und hat damit die Erwartungen der Volkswirte von 3,2 Prozent übertroffen. Gestützt wird das Wachstum vom weiterhin kräftigen privaten Konsum sowie von einem Investitionsboom im Bereich Künstliche Intelligenz, obwohl die Inflation steigt und der Irankrieg die Wirtschaft belastet. Ein Experte der KfW warnt jedoch, dass die zunehmende Schuldenfinanzierung der KI-Investitionen das Wachstum anfälliger für Liquiditätskrisen mache.

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  8. 08

    EZB belässt Leitzins bei 2,5 Prozent – Lagarde kündigt vorzeitigen Rücktritt an

    Tagesschau

    Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins trotz hartnäckig hoher Inflation von 3,8 Prozent im Euroraum unverändert bei 2,5 Prozent belassen, nachdem zuvor auch die US-Notenbank Fed auf eine Änderung verzichtet hatte. Ökonomen erwarten für Dezember eine neuerliche Zinsanhebung. Die Pressekonferenz wurde vom vorzeitigen Rücktritt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde überlagert, womit die Debatte um ihre Nachfolge begonnen hat.

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  9. 09

    EZB belässt Leitzins trotz hoher Inflation bei 2,5 Prozent

    n-tv Wirtschaft

    Die Europäische Zentralbank hat den Einlagensatz trotz einer Inflationsrate von zuletzt 3,8 Prozent im Euroraum unverändert bei 2,50 Prozent gelassen. An den Finanzmärkten wird für Dezember eine weitere Zinserhöhung erwartet, falls die durch den Iran-Krieg und höhere Energiepreise angefachte Teuerung nicht nachlässt. Zugleich belasten die Schuldenkrise in Frankreich und der angekündigte vorzeitige Abgang von EZB-Chefin Christine Lagarde die Währungshüter.

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  10. 10

    Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal stärker als erwartet – getragen vom privaten Konsum

    Handelsblatt

    Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal stärker gestiegen, als die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute mit prognostizierten 0,1 Prozent erwartet hatten. Haupttreiber war laut Ökonomen der private Konsum, der trotz höherer Energiepreise infolge des Irankriegs zulegte, während Exporte und Investitionen an Schwung verloren. Experten warnen, dass der eigentliche Konsumschock erst noch bevorsteht und der Aufschwung weiterhin nicht selbsttragend ist.

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FAQ

Häufige Fragen

Was plant Audi in den USA und welche Rolle spielen die Zölle dabei?

Audi will für rund vier Milliarden Dollar ein Montagewerk im US-Bundesstaat Georgia bauen. Die Trump-Regierung soll dafür Erleichterungen bei den Importzöllen in Aussicht gestellt haben, und das Handelsministerium soll bald ein entsprechendes Programm für in den USA investierende Firmen einrichten. Der Volkswagen-Aufsichtsrat muss dem Vorhaben noch zustimmen, in Deutschland gibt es Kritik daran.

Warum ist der Audi-Gewinn im dritten Quartal so stark eingebrochen?

Audi verdiente nach Steuern nur noch 95 Millionen Euro, 87 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, und senkte die Jahresprognose. Belastet haben vor allem der Markteinbruch in China, der Wettbewerb mit chinesischen Herstellern und die US-Zölle. Konzernchef Gernot Döllner steht zudem wegen eines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump in der Kritik, und an den deutschen Standorten wird über weitere Einsparungen verhandelt.

Warum ist die Alphabet-Aktie so stark gefallen?

Nach enttäuschenden Quartalszahlen verlor die Aktie rund 13 Prozent und damit etwa 500 Milliarden Dollar Börsenwert, der schlechteste Handelstag ihrer Geschichte. Auslöser war das schwächer als erwartet gewachsene Kerngeschäft Google Services. Anleger fürchten, dass KI das Suchgeschäft bedroht und sich die hohen KI-Investitionen nicht auszahlen. Der Kursrutsch belastete auch den US-Gesamtmarkt, vor allem die Nasdaq.

Wie steht es um das BASF-Angebot für Evonik?

Der Evonik-Vorstand hat das nachgebesserte Übernahmeangebot von BASF abgelehnt und will nicht in Übernahmegespräche eintreten. Bereit ist er nur zu einem rein informativen, vertraulichen Austausch. BASF zeigt sich über die Absage unverständlich und verweist auf sein Angebot von 24 Euro je Aktie sowie auf Zusagen für Beschäftigte und Standorte.

Wie belasten KI-Investitionen die Bilanzen der großen US-Techkonzerne und wie entwickelt sich die US-Wirtschaft?

Der Barmittelabfluss von Amazon stieg binnen drei Monaten auf 42,4 Milliarden Dollar, fast das Sechsfache, vor allem wegen des Baus neuer KI-Rechenzentren. Auch Alphabet und Meta hatten einen negativen Free Cash Flow, nur Microsoft verzeichnete einen Zufluss. Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent, getragen von privatem Konsum und dem KI-Investitionsboom. Experten erwarten aber wegen straffer Finanzierungsbedingungen eine Abschwächung, und am Markt wird für Dezember eine Zinserhöhung der Fed erwartet.

Vollständiges Transkript

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Hallo, hier ist Leo von Wirtschaft im Fokus. Heute geht es um eine US-Wirtschaft, die trotz Krieg und steigender Preise stärker wächst als gedacht, um die Frage, wie lange der große KI-Boom noch finanzierbar ist, und um zwei deutsche Industrieunternehmen, bei denen es um Zölle, Gewinne und Übernahmen geht. Fangen wir mit der Konjunktur in den USA an. Die größte Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal, auf das Jahr hochgerechnet, um 3,4 Prozent gewachsen. Volkswirte hatten im Schnitt mit 3,2 Prozent gerechnet, im Frühjahr waren es noch 2,2 Prozent. Ein kleiner Hinweis zum Verständnis: Die Amerikaner geben ihre Zahlen immer hochgerechnet auf ein ganzes Jahr an. Wer einen Wert wie in Europa haben will, muss die Zahl ungefähr durch vier teilen. Es ist also ein solides Quartal, aber kein Wirtschaftswunder. Getragen wird das Wachstum vor allem von zwei Dingen: Die Verbraucher geben weiter kräftig Geld aus, ihre Ausgaben stiegen hochgerechnet um 3,8 Prozent. Im September legten die persönlichen Konsumausgaben gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zu, nach 0,9 Prozent im August. Und es fließt enorm viel Geld in Künstliche Intelligenz, vor allem in neue Rechenzentren. Das alles passiert, obwohl seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar die Energiekosten stark gestiegen sind und die Inflation anzieht. Die US-Notenbank Fed hat darauf zunächst nicht reagiert. Sie ließ den Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent, bezeichnete die Inflation aber als weiter erhöht. Am Markt wird inzwischen sogar damit gerechnet, dass die Fed unter ihrem Chef Kevin Warsh im Dezember die Zinsen anhebt. Das wäre ein deutliches Signal: Statt Zinssenkungen, auf die viele gehofft hatten, könnten Kredite noch teurer werden. Ökonomen erwarten deshalb, dass sich das Wachstum abschwächt. Bastian Hepperle von der Bank Bethmann HAL nannte die Lage eine fantastische Entwicklung, aber keine fantastische Welt. Seine Sorge: Die Schubkraft der KI werde auf Dauer nachlassen. Und Stephan Bales von der KfW weist auf ein weiteres Risiko hin. Die KI-Investitionen werden zunehmend über Schulden finanziert, und das macht das Wachstum anfälliger für plötzliche Liquiditätskrisen. Damit sind wir schon beim zweiten Thema, denn genau diese KI-Investitionen stehen gerade auf dem Prüfstand. Bei Amazon ist der Barmittelabfluss innerhalb von drei Monaten auf 42,4 Milliarden Dollar gestiegen, fast eine Versechsfachung. Das Unternehmen gibt also deutlich mehr Geld aus, als es einnimmt. Der Grund sind die gigantischen Summen für neue Rechenzentren: Amazon plant in diesem Jahr rund 220 Milliarden Dollar für den KI-Ausbau ein, Google bis zu 205 Milliarden, Meta 135 bis 145 Milliarden. Auch Alphabet und Meta haben im dritten Quartal einen negativen freien Cashflow ausgewiesen, bei Alphabet waren es knapp zehn Milliarden Dollar. Nur Microsoft nahm unterm Strich Geld ein, und zwar 18,6 Milliarden Dollar, doppelt so viel wie erwartet. Amazon-Chef Andy Jassy bleibt trotzdem bei seinem Kurs und kündigte an, die Investitionen würden im nächsten Jahr noch einmal deutlich höher ausfallen. Sein Argument: Die Cloud-Tochter AWS wächst so schnell wie seit rund fünf Jahren nicht mehr, der Umsatz stieg um etwa 39 Prozent auf 46 Milliarden Dollar. Jassy hält es sogar für möglich, dass AWS im Jahr 2031 mehr als eine Billion Dollar Jahresumsatz erreicht. Der Vermögensverwalter Dave Wagner von Aptus findet die Entwicklung dennoch besorgniserregend, weil das operative Geschäft zwar reichlich Geld verdient, die Investitionen es aber komplett verschlingen. Marcel Tietjen von BearingPoint bringt es auf den Punkt: Entscheidend ist künftig nicht mehr allein, wer das größte Rechenzentrum hat, sondern wer aus jeder investierten Milliarde den meisten Umsatz und Gewinn macht. Wie nervös die Anleger dabei werden können, zeigt der Fall Alphabet. Die Aktie des Google-Mutterkonzerns ist nach den Quartalszahlen um rund 13 Prozent eingebrochen, der schlechteste Handelstag ihrer Geschichte. Rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert waren an einem Tag weg, und der Technologie-Index Nasdaq gab um 1,4 Prozent nach. Der Auslöser: Die Sparte Google Services, also Suche, YouTube und Abonnements, brachte 96,3 Milliarden Dollar ein, erwartet waren 98,5 Milliarden. Beim Umsatz der Google-Suche sank das Wachstum auf 12 Prozent, nach 17 Prozent im zweiten und 19 Prozent im ersten Quartal. Dazu kamen höhere Kosten als erwartet. Die Anleger fürchten, dass KI das lukrative Suchgeschäft angreift und sich die hohen Investitionen nicht auszahlen. Google-Manager Philipp Schindler erklärte, Anfragen im KI-Modus brächten pro Anfrage weniger Geld ein als die klassische Suche. Als weitere Gründe nannte er Wechselkurse, geänderte EU-Regeln und eine Verschiebung von Budgets wegen der Fußball-WM. Analysten von NewStreet Research rechnen damit, dass Alphabet bis in die erste Hälfte 2027 mit Gegenwind kämpfen muss. Für uns heißt das: Die Börse belohnt KI-Ausgaben nicht mehr automatisch, sie will jetzt Belege sehen. Wechseln wir nach Deutschland, zu Audi. Der Autobauer will für vier Milliarden Dollar ein Montagewerk im US-Bundesstaat Georgia bauen, mit einer Kapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen im Jahr. Hintergrund sind die Zölle: Audi importiert alle seine US-Autos aus Mexiko und Europa und hat im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Dollar an Zöllen gezahlt. Die Regierung von Donald Trump hat dem Unternehmen dafür offenbar Zollerleichterungen in Aussicht gestellt. Das US-Handelsministerium soll in Kürze ein Programm für Firmen aufsetzen, die in den USA investieren. Wer sich qualifizieren will, müsste laut einer informierten Person noch vor Ende nächsten Jahres mit dem Bau beginnen. Audi hat nach Angaben von Managern mehr als 70 Standorte geprüft. Noch ist nichts endgültig, denn der Aufsichtsrat von Volkswagen muss zustimmen. VW-Chef Oliver Blume hatte im Januar gesagt, man könne sich ein neues US-Werk für Audi nicht leisten, solange man die hohe Zollrechnung zahlen müsse. Offenbar ändert die Aussicht auf Zollerleichterungen diese Rechnung. Der Zeitpunkt ist heikel, denn die Zahlen von Audi sind schwach. Im dritten Quartal blieben nach Steuern nur 95 Millionen Euro hängen, 87 Prozent weniger als vor einem Jahr, damals waren es 718 Millionen. Nach neun Monaten steht ein Gewinn von 1,22 Milliarden Euro bei 42 Milliarden Euro Umsatz, beides deutlich weniger als zuvor. Audi senkt deshalb seine Jahresprognose. Belastet wird der Konzern vom Markteinbruch in China, vom Wettbewerb mit chinesischen Herstellern und von den US-Zöllen. Zum Vergleich: Mercedes verdiente im selben Quartal 1,52 Milliarden Euro. Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, der Handlungsbedarf sei hoch und dulde keinen Aufschub. Audi setzt auf Kostendisziplin und weniger Komplexität. Gleichzeitig laufen Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Sparmaßnahmen, nachdem das Unternehmen Anfang Oktober eine Klausel aus dem Jahr 2019 gezogen hat. Selbst das Aus für das Werk in Neckarsulm steht im Raum. Zusätzlich Druck macht ein Auftritt von Konzernchef Gernot Döllner. Er stand bei einer Wahlkampfveranstaltung gemeinsam mit Trump auf der Bühne, als dieser die Werkspläne verkündete. Die IG Metall übt scharfe Kritik, manche Stimmen fordern sogar seinen Rücktritt. Döllner verteidigt sich: Eine Einladung des US-Präsidenten lehne man schon aus Respekt vor dem Amt nicht ab. Für die Beschäftigten in Deutschland ist die Botschaft schwer zu verdauen. In den USA entsteht ein Milliardenwerk, während zu Hause über Einsparungen gestritten wird. Zum Schluss noch ein Blick auf die Chemiebranche. Evonik hat das nachgebesserte Übernahmeangebot von BASF abgelehnt. Gespräche über eine Übernahme will der Vorstand nicht führen, nur zu einem informativen, vertraulichen Austausch ist er bereit. Zuletzt standen dem Vernehmen nach 24 Euro je Aktie im Raum, das wären rund elf Milliarden Euro. BASF spricht von einer Prämie von etwa 39 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs und zeigt sich unverständlich über die Absage. Auch die Zusagen für Beschäftigte sind umstritten: Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland ohnehin bis 2032 ausgeschlossen, die gleichlautende BASF-Zusage gilt dort deshalb nicht als Zugeständnis. Gleichzeitig will Evonik bis Ende 2029 weltweit rund 3200 Stellen abbauen, etwa 2150 davon in Deutschland. BASF-Chef Markus Kamieth nannte eine Übernahme einen logischen und sinnvollen Schritt zum richtigen Zeitpunkt, betonte aber, man werde keinen überhöhten Preis zahlen. Evonik selbst prüft nach Informationen des Handelsblatts eigene größere Zukäufe außerhalb Europas, konkret den US-Spezialchemiker Ashland. Wichtig bleibt die RAG-Stiftung, die mit rund 43 Prozent größte Aktionärin ist. Ohne sie läuft nichts. Es dürfte also noch spannend werden, ob BASF nachlegt oder sich zurückzieht. Was bleibt also von diesen Meldungen? Die Weltwirtschaft läuft in den USA erstaunlich robust, getragen von Konsum und KI. Doch genau die KI-Investitionen werden teurer und riskanter, und die Zinsen könnten wieder steigen. In Deutschland zeigt sich dagegen, wie stark Zölle, die China-Schwäche und der Kostendruck die Industrie fordern. Das waren heute die Highlights: starkes US-Wachstum mit möglicher Zinserhöhung im Dezember, ein Börsenbeben bei Alphabet und Rekordausgaben für KI, ein einbrechender Gewinn bei Audi samt Milliardenwerk in Georgia und das Tauziehen zwischen BASF und Evonik. Morgen melde ich mich wieder mit den nächsten Wirtschaftsthemen. Dieser Podcast ist übrigens vollständig KI-generiert, alle Quellen und Hintergründe findet ihr auf unserer Website. Bis morgen!

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